WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:02.999
{unverständlich}

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00:00:03.000 --> 00:00:07.999
JK: Also. Nach der Befr… {unverständlich}

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00:00:08.000 --> 00:00:09.999
IV: Könnten Sie sich bitte aufstützen… {unverständlich}

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00:00:10.000 --> 00:00:10.999
JK: {lacht} 

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00:00:11.000 --> 00:00:21.999
Nun. Danach, nachdem man mich nach Baden geschickt hatte, war ich zwei Monate dort und danach hat man mich nach Russland geschickt, 

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00:00:22.000 --> 00:00:29.999
in ein Lager, schon nach Hause, und dann wurde ich hier ins Lager geschickt, so…

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00:00:30.000 --> 00:00:42.999
Äh weil die Staatskommission dort war. {gestikuliert} Wie wurde ich gefangengenommen, die Gefangenschaft selber, was habe ich in der Gefangenschart getan und so weiter und so fort.

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00:00:43.000 --> 00:00:52.999
Das heißt, das Stalins Regime auch viele Menschen vernichtet hat, die gefangengenommen wurden. 

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00:00:53.000 --> 00:00:58.999
Er sagte: "Ich habe keine Gefangenen. Das sind alles Verräter, Feinde des Volkes. 

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00:00:59.000 --> 00:01:05.999
Egal, ob man verletzt, oder nicht verletzt war - man darf nicht in Feindeshand fallen."

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00:01:06.000 --> 00:01:13.999
So, ich war sechs Monate in diesem Lager in Russland, habe diese Kommission bestanden, 

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00:01:14.000 --> 00:01:23.999
dann erschienen die Zeugen, so, die erzählten, wie ich im Kriegsgefangenenlager war, wie ich in den Konzentrationslagern war, was ich dort machte usw.

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00:01:24.000 --> 00:01:32.999
Und äh man hat eine Verordnung erlassen "Der Oberleutnant Kusnezov ist nichts schuldig, 

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00:01:33.000 --> 00:01:40.999
er hat sich in der Gefangenschaft und in den Konzentrationslagern würdig benommen, ohne die Ehre des Russischen Offiziers zu verlieren.“

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00:01:41.000 --> 00:01:49.999
Und ich wurde ins Innenministerium nach Sibirien geschickt, wo ich mit japanischen Kriegsgefangenen arbeiten musste. 

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00:01:50.000 --> 00:02:00.999
Dort habe ich gearbeitet. Und danach schon mit unseren Gefangenen, so ... Ich war der Chef des Lagers, hier ... 

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00:02:01.000 --> 00:02:09.999
Ich hatte die, die da für schwere Verbrechen, für Morde, für Vergewaltigungen, für Raubüberfälle saßen…

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00:02:10.000 --> 00:02:19.999
20 Jahre lang war ich der Chef der Strafkolonie. Ich habe für die Leute auch Gutes getan. 

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00:02:20.000 --> 00:02:27.999
Aus den Banditen habe ich gute Menschen erzogen. Ich habe das geschafft.

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00:02:28.000 --> 00:02:41.999
Ich hatte eine gute Reputation. So. Ich habe dort die juristische Akademie absolviert, schon in Russland. 

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00:02:42.000 --> 00:02:49.999
Ich habe geheiratet. Ich habe zwei Söhne. Ein Sohn ist der Staatsanwalt in Tula, 

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00:02:50.000 --> 00:02:59.999
der andere Sohn äh... ist wissenschaftlicher Mitarbeiter, Doktor der juristischen Wissenschaften und der Philosophie, 

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00:03:00.000 --> 00:03:05.999
er arbeitet als Rektor im Luftfahrtinstitut in Charkow.

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00:03:06.000 --> 00:03:12.999
Die Enkelkinder sind gut. Und das Leben ist jetzt leichter geworden, glücklicher. 

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00:03:13.000 --> 00:03:26.999
Jetzt bin ich schon 87 Jahre alt und ich plane noch etwa zehn Jahre zu leben. Das sind meine Bestrebungen {lacht}.

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00:03:27.000 --> 00:03:28.999
So ist es, Lena.

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00:03:29.000 --> 00:04:19.999
{Undeutlich. Gespräch zwischen dem Kameramann und der Dolmetscherin}. 

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00:04:20.000 --> 00:04:22.999
IV: Erzählen Sie bitte, was haben Sie vor dem Krieg gemacht?

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00:04:23.000 --> 00:04:32.999
JK: Vor dem Krieg? Vor dem Krieg habe ich die pädagogische Fachschule absolviert, ich wollte als Pädagoge arbeiten, als Lehrer.

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00:04:33.000 --> 00:04:47.999
Und dann nach der Absolvierung der Fachschule im Jahr 1938 wurde ich ins Wehrersatzamt gerufen und zur Militärschule geschickt. In die Moskauer Militärschule.

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00:04:48.000 --> 00:05:02.999
Drei Jahre habe ich dort studiert, man hat mir den Titel Leutnant verliehen und für den weiteren Dienst in die Stadt Kiew geschickt, wo mich der Große Vaterländische Krieg getroffen hat.

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00:05:03.000 --> 00:05:32.999
{Undeutlich. Gespräch zwischen dem Kameramann und der Dolmetscherin}

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00:05:33.000 --> 00:05:45.999
JK: Ich habe viele Auszeichnungen, 21 Auszeichnungen: vier Orden und Medaillen. 

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00:05:46.000 --> 00:05:52.999
Verdienter Mitarbeiter des Innenministeriums der UdSSR, ein sehr geehrter Mensch war ich. 

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00:05:53.000 --> 00:06:02.999
Also die Konzentrationslager haben mir den Impuls gegeben {zeigt mit dem Finger nach oben} unter allen Bedingungen zu leben! 

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00:06:03.000 --> 00:06:10.999
Ehrlich, gewissenhaft zu leben und den Menschen nur Glück zu geben. Ich liebe die Menschen sehr.

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00:06:11.000 --> 00:06:15.999
{unverständlich} und kleinen und großen. So. 

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00:06:16.000 --> 00:06:25.999
Als ich in den Konzentrationslagern war, so dachte ich, dass ich den Deutschen nie die Schrecken verzeihen werde, diese Leiden, die wir erlebt haben, 

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00:06:26.000 --> 00:06:31.999
aber der Krieg wurde beendet... So war ich in Baden mit den Deutschen... 

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00:06:32.000 --> 00:06:35.999
Die Kinder gehen vorbei, du nimmst sie auf den Arm, küsst sie, hör mal…

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00:06:36.000 --> 00:06:47.999
Alles ist vergessen, aber das neue, die menschlichen Gefühle, wie gesagt, haben gewonnen. 

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00:06:48.000 --> 00:06:57.999
Das deutsche Volk ist ein Freund geworden, so, jetzt sind die Deutschen nicht diejenigen, die sie im Jahre 1941 waren. Jetzt sind die Deutschen andere.

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00:06:58.000 --> 00:07:03.999
Jetzt sind wir Freunde, unsere Präsidenten sind sehr befreundet. 

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00:07:04.000 --> 00:07:16.999
Und, so Gott will, wird es nie wieder solche Grausamkeiten und Leid zwischen deutschen und sowjetischen, ich meine russischen Menschen, geben.

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00:07:17.000 --> 00:07:25.999
Schließlich sind junge Burschen gestorben, auch die Deutschen - 20, 18, 25 Jahre alt. 

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00:07:26.000 --> 00:07:40.999
Wir haben 27 Millionen junge Menschen verloren... Und ihr hattet auch eine Menge. So ist es, Lena, so geht es uns. {lacht}

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00:07:41.000 --> 00:07:41.999
IV: Das ist alles, vielen Dank.

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00:07:42.000 --> 00:07:48.667
JK: Dann ist es alles.

